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Ausbildung fertig, und jetzt? Was vor Logo, Website und Visitenkarte kommt

Zuerst kommen drei Antworten, dann Logo, Website und Visitenkarte: wer du in deiner Arbeit bist, für wen du da bist und was du zuerst zeigst. Logo, Website und Visitenkarte lassen sich bestellen, was darauf steht, entscheidest du vorher. Daneben klärst du, unter welcher Bezeichnung du arbeiten darfst. Das gilt für die Kinesiologin genauso wie für den Coach, die Yogalehrerin oder die Therapeutin.

Praxis Fuka: Logo und Leitsatz der Praxis für Klinische Psychologie in Linz, madea

Stand: Oktober 2026. Ich bin Brand Designerin, keine Juristin. Für Fragen zum Gewerbe ist deine Wirtschaftskammer die erste Anlaufstelle, für Berufsrecht dein Berufsverband oder deine Kammer. Die Quellen stehen am Ende.

Warum ist das Logo nicht der erste Schritt?

Ein Logo zeigt eine Entscheidung. Es sagt in einem Zeichen, wofür du stehst und für wen. Solange diese Entscheidung offen ist, hat die Gestaltung nichts, woran sie sich halten kann, und du bekommst drei Entwürfe, die alle in Ordnung sind und von denen keiner passt.

Wenn du schon Entwürfe gemacht hast, in Canva oder mit einem Generator, und keinen davon hergeben magst, fehlt die Entscheidung davor. Sobald sie steht, wird aus zehn Varianten eine. Auf meiner Startseite steht zur Frage, ob man das mit KI selbst machen kann: „Ehrlich gesagt nein. Von der KI bekommst du das Mittelmaß von allem, und genau das soll deine Marke nicht sein.“ Für Vorlagen gilt dasselbe, weil sie für alle gemacht sind, die sie herunterladen.

Deshalb kommt das Logo bei mir zum Schluss, und genau deshalb passt es dann. Es übersetzt, was vorher geklärt wurde, in Form, Farbe und Schrift. Je klarer die Antworten davor, desto weniger Varianten braucht es, bis du dein Zeichen siehst und denkst: Das bin ich.

Woher nimmst du die drei Antworten, wenn du noch keine Kundinnen hast?

Aus deinem Werdegang. Die Ausbildung ist der jüngste Teil davon und oft der kleinste Unterschied zu allen anderen mit demselben Abschluss. Was dich unterscheidet, liegt davor: der Beruf, aus dem du kommst, und die Menschen, mit denen du dort zu tun hattest.

Wer bist du in deiner Arbeit? Schreib in einem Satz auf, was du machst, so, dass es jemand versteht, der deine Ausbildung nicht kennt. Für wen bist du da? Noch ohne Kundinnen zählen die Menschen aus deinem früheren Beruf, die Fälle aus der Ausbildung und die Leute, die dich jetzt schon fragen, was du da gelernt hast. Was zeigst du zuerst? Deinen eigenen Namen, weil die Menschen wegen dir kommen, oder einen Praxisnamen, weil später mehr dazukommen soll.

Andreas Fuka, Klinischer Psychologe in Linz, hat neun Jahre in der Herzrehabilitation gearbeitet, bevor er 2026 seine eigene Praxis gegründet hat. Diese neun Jahre stehen hinter dem Satz, mit dem seine Website beginnt: „Ein sicherer Raum bei Herzerkrankungen und Stress.“ Ein Fremder versteht ihn beim ersten Lesen, und er passt auf eine Visitenkarte.

Startseite der Praxis Fuka am Handy mit dem Satz „Ein sicherer Raum bei Herzerkrankungen und Stress.“, madea

Energetiker: Gewerbe anmelden, und was heißt das für den Auftritt?

Kinesiologie, Cranio Sacral Balancing, die Arbeit mit Farben, Düften oder Edelsteinen: Das alles fällt unter das freie Gewerbe Humanenergetik, im Gewerbewortlaut „Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit“. Für ein freies Gewerbe ist kein Befähigungsnachweis zu erbringen, es wird bei der Gewerbebehörde angemeldet (§ 5 GewO). Die Spielregeln stehen im Berufsbild Humanenergetik der Wirtschaftskammer. Dort heißt es, die Tätigkeit sei „keine Heilbehandlung im Sinne einer Krankheitsbehandlung“.

Für deinen Auftritt heißt das vor allem Wortwahl. Die Fachgruppe Wien listet in ihrem „1x1 der Werbung“ Begriffe auf, die auf Homepage und Folder zu vermeiden sind: Diagnose, Heilung, Therapie, Behandlung von Krankheiten und Krankheitsbegriffe. Heilungs- und Erfolgsversprechen sind tabu, die Berufsbezeichnung lautet „Humanenergetikerin“, Impressum und Kontaktdaten gehören dazu. Beratung und Coaching darfst du schreiben, wenn klar erkennbar ist, dass es um energetische Arbeit geht.

Deine Visitenkarte sagt damit: dein Name, Humanenergetikerin, die Methode, nach der man dich sucht, und ein Satz ohne Heilversprechen. Welche Methode vorne steht, wenn du mehrere gelernt hast, steht im Artikel Mehr Ausbildungen als Kundinnen.

Als Coach selbstständig machen: Welche Bezeichnung darf auf die Visitenkarte?

Die Wirtschaftskammer Wien schreibt: „Coaching ist ein Tätigkeitsbereich der Lebens- und Sozialberatung und darf nur mit Gewerbeberechtigung ausgeübt werden.“ Die Lebens- und Sozialberatung ist ein reglementiertes Gewerbe (§ 94 Z 46 GewO). Das Berufsbild Humanenergetik zieht dieselbe Grenze von der anderen Seite: Persönlichkeitsberatung und psychologische Beratung bleiben diesem Gewerbe vorbehalten. Welche Berechtigung zu deinem Coaching passt, klärst du mit der Kammer, bevor das Wort auf die Visitenkarte kommt.

Auf Visitenkarte und Website steht dann die Bezeichnung aus deiner Gewerbeberechtigung, und dazu, worin du coachst. Für Psychologinnen, Psychotherapeutinnen und Yogalehrerinnen gilt jeweils eigenes Recht; was dort auf Schild und Visitenkarte darf, steht in den Artikeln Wahlpsychologin werden, Psychotherapeutische Praxis gründen und Yogastudio eröffnen.

Eines gilt für alle Gewerbetreibenden ohne Firmenbucheintrag: Auf Geschäftsbriefen und auf der Website stehen dein Name und der Standort der Gewerbeberechtigung, an der Betriebsstätte steht dein Name (§ 63 Abs. 1 GewO). In der Werbung darfst du eine andere Bezeichnung verwenden, etwa einen Praxisnamen, wenn sie dein Unternehmen kennzeichnet, Unterscheidungskraft hat und niemanden irreführt. Wie du prüfst, ob ein Name frei ist, steht im Artikel Praxisname finden.

In welcher Reihenfolge entstehen Logo, Website und Visitenkarte dann?

Sobald die drei Antworten und die Bezeichnung feststehen, geht es so weiter:

  1. Name. Dein eigener Name oder ein Praxisname. Der eigene Name bleibt derselbe, auch wenn in fünf Jahren eine Methode dazukommt oder eine wegfällt.
  2. Logo, Farben, Schriften. Sie übersetzen deinen Satz und deinen Werdegang in etwas, das man erkennt. Eine Schrift hat einen Klang, eine Farbe erzählt, woher du kommst. Zusammen sind sie das System, aus dem alles Weitere gebaut wird.
  3. Visitenkarte. Das erste Stück, das du hergibst, oft bevor es Räume gibt. Name, Berufsbezeichnung, der Satz, Kontakt und Webadresse. Was draufgehört und was nicht, steht im Artikel Visitenkarte selbst gestalten.
  4. Website. Die Startseite beginnt mit deinem Satz. Dazu kommen dein Angebot, eine Seite über dich, Kontakt und Impressum, in derselben Schrift und Farbe wie die Visitenkarte.
  5. Google-Unternehmensprofil. Sobald du einen Ort hast, mit demselben Namen und derselben Bezeichnung wie auf Visitenkarte und Website.

Visitenkarte oder Website zuerst? Beide zeigen denselben Satz in derselben Schrift, deshalb planst du sie zusammen. Gedruckt ist die Visitenkarte schneller, darum ist sie meist das Erste, was jemand von dir in der Hand hat. Die Website ist der Ort, an dem dieselbe Person nachschaut, bevor sie dir schreibt.

Visitenkarte der Praxis Fuka auf Terrakotta, madea

Wie sieht das bei einer neuen Praxis aus?

Andreas Fuka hat 2026 ohne Namen, ohne Logo und ohne Website angefangen. Entstanden sind der Name Praxis Fuka, Positionierung, Logo und Brand Guide, Folder und Visitenkarte, Websitetexte und Website, alles aus einem Markenworkshop heraus. Die Idee hinter der Gestaltung steht auf der Case-Seite: „Kein klinisches Weiß, kein Wartezimmer-Licht, kein Befund-Vokabular. Eine Marke, die Boden unter den Füßen gibt.“

Das Logo ist ein Stein, mit Rissen und rauen Stellen, der trotzdem ruhig in der Hand liegt. Die Farben heißen Mintgrün, Waldgrün, Off-White und Terrakotta. Der Satz aus den neun Jahren Herzrehabilitation steht als Erstes auf der Website und auf dem Folder, die Visitenkarte zeigt den Namen und „Klinische Psychologie für Herz und Psyche“. Die ganze Case Study: Praxis Fuka.

Folder der Praxis Fuka mit dem Leitsatz, madea

Andreas Fuka hat über die Arbeit geschrieben: „Sie nahm sich Zeit, hatte eine tolle Struktur im Beratungsprozess und stellte unzählige Fragen, die nicht nur für die Gestaltung der Website, Visitenkarten etc... wichtig waren, sondern mir allgemein im Prozess Richtung Selbstständigkeit geholfen haben.“ Die Fragen waren der Anfang, der Auftritt kam danach.

Wie läuft das Markenmentoring mit madea?

Für Kinesiologinnen, Coaches, Yogalehrerinnen und Therapeutinnen, die nach der Ausbildung vor dem leeren Blatt stehen und nicht wissen, womit sie anfangen sollen, gibt es bei mir das Markenmentoring. An drei Terminen klären wir:

Melanie Pfeiffer im Gespräch am Tisch, Markenmentoring, madea Linz
  1. Was bietest du an, und was lässt du weg?
  2. Wer bist du in all dem, als Fachfrau und als Mensch?
  3. Passt das, was du anbietest und verlangst, zu dem, was du heute kannst?

Alles, was wir klären, bekommst du schriftlich. Wie die drei Termine ablaufen, steht im Artikel Markenworkshop.

Danach setzen wir deine Marke um. Das heißt bei mir Brand Alchemy: Ich übersetze deine Persönlichkeit und deine Strategie in Marke, Design und Website, und ich wähle Logo, Farben, Schriften und Bildsprache so aus, dass sie zu dir passen und zusammen eine Marke ergeben, die sich nach dir anfühlt. Jeden Logo-Entwurf zeichne ich selbst, auf Basis von dem, was wir im Workshop besprochen haben. Wer von Anfang an will, dass alles Hand und Fuß hat, beginnt gleich mit Brand Alchemy. Welcher Weg zu dir passt, klären wir im Erstgespräch.

Fragen dazu

Was brauche ich nach der Ausbildung zuerst: Logo, Website oder Visitenkarte?

Zuerst kommen drei Antworten: wer du in deiner Arbeit bist, für wen du da bist und was du zuerst zeigst, dazu die Bezeichnung, die dein Gewerbe oder dein Berufsrecht erlaubt. Danach entstehen Logo, Farben und Schriften, daraus Visitenkarte und Website.

Darf ich als Energetikerin „Therapie“ auf Visitenkarte oder Website schreiben?

Nein. Das Berufsbild Humanenergetik der WKO hält fest, dass die Tätigkeit keine Heilbehandlung ist, und das „1x1 der Werbung“ der Fachgruppe Wien nennt Diagnose, Heilung, Therapie und Behandlung von Krankheiten als Begriffe, die auf Werbemitteln zu vermeiden sind. Die Berufsbezeichnung lautet Humanenergetikerin.

Muss mein Name auf die Website, wenn ich einen Praxisnamen habe?

Ja. Gewerbetreibende ohne Firmenbucheintrag geben auf Geschäftsbriefen und auf der Website ihren Namen und den Standort der Gewerbeberechtigung an (§ 63 Abs. 1 GewO). Ein Praxisname ist in der Werbung erlaubt, wenn er das Unternehmen kennzeichnet und niemanden irreführt.

Melanie Pfeiffer, madea, Linz

Autorin

Melanie Pfeiffer ist Markenmentorin und Brand Designerin in Linz. Seit 2020 sind bei madea über 70 Marken entstanden, mehr als 50 davon für Gesundheitsberufe, Praxen und Zentren. Mehr über Melanie

Quellen

  1. Gewerbeordnung 1994, § 5 (freie Gewerbe), § 63 (Namensführung), § 94 Z 46 (Lebens- und Sozialberatung), geltende Fassung im RIS: ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007517 (abgerufen am 07.10.2026)
  2. GewO § 63 als Einzeldokument (NOR40168088, in Kraft seit 27.03.2015): ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007517&Paragraf=63 (abgerufen am 07.10.2026)
  3. GewO § 94 als Einzeldokument (NOR40194282): ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007517&Paragraf=94 (abgerufen am 07.10.2026)
  4. WKO, Fachverband der persönlichen Dienstleister, Berufsbild Humanenergetik, Stand 1. September 2016 (Präambel: freies Gewerbe und Gewerbewortlaut; Abschnitt III: keine Heilbehandlung, Vorbehalt der Lebens- und Sozialberatung): wko.at/bgld/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/berufsbild-humanenergetik.pdf (abgerufen am 07.10.2026)
  5. WKO Steiermark, Neues Berufsbild Humanenergetik (ersetzt den Methodenkatalog): wko.at/stmk/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/neues-berufsbild-humanenergetik- (abgerufen am 07.10.2026)
  6. WKO Wien, 1x1 der Werbung im Bereich Humanenergetik (zu vermeidende Begriffe, Berufsbezeichnung, Impressum, kontextabhängige Begriffe, UWG): wko.at/wien/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/humanenergetiker/info-1x1-werbung-h-energetik.pdf (abgerufen am 07.10.2026)
  7. WKO Wien, Wichtige Informationen für Humanenergetiker:innen (Downloads): wko.at/wien/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/humanenergetiker/formulare-rechte-pflichten (abgerufen am 07.10.2026)
  8. WKO Wien, Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung, Anlage Coaching/Lebens- und Sozialberatung: wko.at/wien/gewerbe-handwerk/personenberatung-betreuung/2018a-coaching-anlage-1-beschreibung--standesregeln-....pdf (abgerufen am 07.10.2026)
  9. WKO Wien (gutleben), Gewerbeberechtigung schützt vor unseriösem Coaching: site.wko.at/gutleben/aktuelles/gewerbeberechtigung-schuetzt-vor-unserioesem-coaching.de.html (abgerufen am 07.10.2026)
  10. madea.at: Startseite (FAQ „Kann ich das nicht mit KI selbst machen?“), /markenmentoring (drei Fragen, „Alles, was wir klären, bekommst du schriftlich“), /markenentwicklung-brand-strategy-webdesign („du gründest und willst, dass alles von Anfang an Hand und Fuß hat“), Case Study Praxis Fuka (abgerufen am 07.10.2026)
  11. Kundenstimme Andreas Fuka: 03_kundenstimmen_google_2026.md, Nr. 4, wörtlich

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