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BlogMarke und LogoMelanie Pfeiffer7 Minuten

Yogastudio eröffnen: Was Marke und Website vor dem ersten Kurs brauchen

Vor dem ersten Kurs braucht ein Yogastudio fünf Dinge: einen Namen, der frei ist und sich von den Studios in der Umgebung unterscheidet, ein Logo mit Farben, die auch im Raum vorkommen, eine Website mit Stundenplan, Preisen und Anmeldung, Fotos aus dem eigenen Raum und ein Google-Unternehmensprofil. Die Formalitäten in Österreich: Reiner Yoga-Unterricht ist laut WKO kein Gewerbe. Du bist Neue Selbständige und meldest dich bei der SVS und beim Finanzamt. Deine Website braucht ein Impressum nach § 5 E-Commerce-Gesetz.

Schild von Steinbach neun an der Ziegelwand mit Efeu, madea

Stand: Oktober 2026. Ich bin Brand Designerin, keine Juristin. Für Gewerberecht ist die WKO zuständig, für die Sozialversicherung die SVS. Die Quellen sind verlinkt.

Yogalehrer gewerblich oder selbstständig: Was gilt in Österreich?

Den Privatunterricht nimmt die Gewerbeordnung aus (§ 2 Abs. 1 Z 12 GewO). Die WKO Steiermark schreibt dazu in ihrem Infoblatt zu Yoga, Pilates und Zumba: „Daher können ‚Yoga-Unterricht‘ oder ‚Abhalten von Pilates-Kursen‘ etc. nicht als Gewerbe angemeldet werden.“ Wer Yoga unterrichtet, ist Neue Selbständige und wird kein Mitglied der Wirtschaftskammer. Die Meldung geht an die SVS und ans Finanzamt. Pflichtversichert bist du bei der SVS erst, wenn deine Einkünfte über der Versicherungsgrenze liegen; 2026 beträgt sie 6.613,20 Euro im Jahr. Das Überschreiten meldest du laut SVS binnen acht Wochen nach dem Einkommensteuerbescheid, sonst kommt ein Beitragszuschlag dazu.

Anders ist es, wenn mehr dazukommt. Wer in einem Fitnessstudio selbständig Kurse gibt oder Trainingskonzepte erstellt, meldet laut WKO das freie Gewerbe „Erstellung von Trainingskonzepten für gesundheitsbewusste Personen“ an und wird damit Kammermitglied. Ob der Verkauf von Matten und Tee oder die Vermietung des Raums an Kolleginnen ein Gewerbe braucht, klärst du vor der Eröffnung mit dem Gründerservice der WKO.

Impressum, Schild, Musik: Welche Pflichten gelten im Studio?

Deine Website braucht ein Impressum, auch ohne Gewerbe. § 5 E-Commerce-Gesetz verlangt deinen Namen, die geografische Anschrift, Angaben, mit denen man „rasch und unmittelbar in Verbindung treten“ kann, also eine E-Mail-Adresse, und die UID-Nummer, falls du eine hast. Dazu kommt die Offenlegung nach § 25 Mediengesetz. Für eine Website, die nur dein Studio vorstellt, reichen Name, Unternehmensgegenstand und Wohnort oder Sitz (Abs. 5). Mit Gewerbe gilt zusätzlich § 63 GewO: Name und Standort der Gewerbeberechtigung stehen auf der Website und auf Geschäftsbriefen, und an der Betriebsstätte hängt nach § 66 „zumindest“ dein Name mit einem Hinweis auf das Gewerbe. Eine Datenschutzerklärung braucht jede Website mit Kontaktformular oder Buchungstool.

Musik im Kurs ist eine öffentliche Aufführung. Die AKM nennt Yoga ausdrücklich in ihrem Tarif für sportliche Veranstaltungen, gültig seit 1. November 2025: bei Eintrittsgeld 2,5 Prozent der Bruttoeinnahmen, Mindestsatz 11,15 Euro pro Veranstaltung. Was ein laufender Kursbetrieb kostet, klärst du mit der AKM, bevor im Studio die erste Musik läuft.

Was kostet es, ein Yogastudio zu eröffnen?

Der größte Posten ist der Raum: Miete, Kaution, Boden, Heizung, Matten und Blöcke. Dafür gibt es keine allgemeine Zahl. Für den Auftritt lässt sich der Markt beziffern. Österreichische Anbieter, die ihre Preise öffentlich nennen, verlangen für eine individuell gestaltete Website zwischen rund 1.000 und 5.000 Euro. Ein Branding mit Logo, Farben, Schriften und Bildsprache beginnt bei etwa 2.000 Euro, ein Fotoshooting in Oberösterreich kostet zwischen rund 390 und 1.290 Euro. Die Anbieter und ihre Preislisten stehen im Artikel Was kostet ein Praxisauftritt, Stand September 2026. Laufend kommen Domain und Hosting dazu, ein Buchungstool mit Monatsgebühr, die AKM und die SVS ab der Versicherungsgrenze.

Studio-Name oder eigener Name: Wie findest du einen Namen für dein Yogastudio?

Zwei Wege kenne ich aus meinen Projekten. Christina Terle unterrichtet Yoga und Breathwork in Villach und arbeitet unter ihrem eigenen Namen. Wer allein unterrichtet und das auch in zehn Jahren will, braucht meist keinen zweiten Namen, weil Menschen nach der Lehrerin suchen, bei der sie waren. Bei Corinna Großauer ist in der Namensfindung für ihren Raum bei Steyr ein Studioname entstanden: Steinbach neun. Er klingt wie eine Adresse und lässt Platz für weitere Lehrerinnen und Formate. Ein Studioname passt, sobald mehr als eine Person unter dem Namen unterrichtet oder der Raum selbst das Angebot ist.

Visitenkarte von Christina Terle in Terrakotta auf Leinen, madeaLogo-Varianten von Steinbach neun in Olivgrün, Terrakotta und Beige, madea

Bevor du dich festlegst, prüfst du den Namen in dieser Reihenfolge: Google und Google Maps mit und ohne „Yoga“, Instagram, die Markendatenbank see.ip des Österreichischen Patentamts und die Domain bei nic.at. Das Patentamt schreibt selbst, dass eine Recherche nach älteren Marken „im Prüfungsverfahren vor dem Österreichischen Patentamt nicht inkludiert ist“. Wer sicher gehen will, bestellt dort eine Markenähnlichkeitsrecherche um 105 Euro für fünf Klassen; den Bericht gibt es laut Patentamt in etwa 72 Stunden an Werktagen. Was sonst für Praxis- und Studionamen gilt, steht im Artikel Praxisname finden.

Welches Logo und welche Farben passen zu Yoga, ohne Lotus und Om?

Gib bei Google „Yoga Logo“ ein, und du siehst, was alle machen: Lotus, Om-Zeichen, Sonnenaufgang, eine Silhouette im Baum, dazu Lila oder Türkis. Jedes dieser Zeichen steht für Yoga im Allgemeinen und für kein Studio im Besonderen.

Bei Christina Terle besteht das Zeichen aus zwei geschwungenen Linien für Mensch und Yoga, in Terrakotta und Salbeigrün. Sie wollte eine Marke, die geerdet und professionell wirkt, weil viele Yoga-Brandings zwischen esoterisch und fitnessorientiert schwanken. Bei Steinbach neun steht das Logo in drei gleich langen Zeilen, und Olivgrün, Terrakotta und warmes Beige kommen so auch im Raum vor. Wer das Studio betritt, erkennt die Website wieder. Corinna Großauer danach: „Ich hab mich so gut angeleitet gefühlt und sie hat meine Ideen und Gedanken farblich und designtechnisch megaschön umgesetzt.“ Für Elena, Yogalehrerin, ist ein Zeichen mit einer illustrierten Frau auf ihrem Weg entstanden, mit fließenden Formen und einer eigenen Schrift.

Wortmarke von Christina Terle auf Leinen, daneben Zitronen, madea

Woher solche Entscheidungen kommen, steht im Artikel zum Markenworkshop. Dort markiert eine Yogalehrerin drei Studios mit Sonnenuntergang und Sanskrit-Sprüchen als abstoßend und hat damit ihre Richtung gefunden. Das Logo kommt danach.

Was gehört auf die Website eines Yogastudios?

In der ersten Zeile steht, was du machst und wo, für Besucherinnen und für Google, etwa „Yoga in Villach“ oder „Yin Yoga Ausbildung in Linz“. Danach kommt, was jemand sucht, der heute Abend kommen will: der Stundenplan, die Preise für Einzelstunde, Zehnerblock und Monatskarte, die Anmeldung, die Adresse mit Parkplatz oder Haltestelle, und was man mitbringt. Eine Seite über dich mit Ausbildung und Unterrichtsjahren gehört dazu, weil Menschen wissen wollen, wer vor ihnen steht. Die Fotos entstehen in deinem Raum, mit dem Licht, das dort wirklich ist, und zeigen dich beim Unterrichten.

Bei You Yoga in Linz, wo Lisa Putz Yogalehrerinnen ausbildet, war die Website über zwei Jahre auf 25 Seiten mitgewachsen, und wer bei Google oder ChatGPT nach einer Yoga-Ausbildung in Oberösterreich gesucht hat, ist über ihre Seite hinweggelesen. Aus 25 Seiten wurden neun, mit der Ausbildung im Zentrum und den Fakten oben. Logo, Farben und Lisas Sprache sind geblieben. Lisa Putz danach: „Melanie hat mich dort abgeholt wo ich stehe und gleichzeitig hat sie mir gezeigt wie ich meine Marke und mein Angebot noch klarer und strukturierter über meine Website präsentieren kann.“

Website von You Yoga am Handy, madea

Für die Anmeldung reicht am Anfang ein Formular. Ein Buchungstool lohnt sich, sobald mehrere Kurse pro Woche laufen, weil es freie Plätze anzeigt und Zahlungen abwickelt. Worauf du bei der Auswahl achtest:

  • Es lässt sich in deine Website einbetten, Besucherinnen bleiben auf deiner Seite.
  • Zehnerblöcke, Monatskarten und Stornofristen sind vorgesehen.
  • Vor dem Kurs geht eine Erinnerung raus.
  • Mit dem Anbieter schließt du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO), und deine Datenschutzerklärung nennt ihn.

Wie finden dich die ersten Teilnehmerinnen vor dem Eröffnungskurs?

Das Google-Unternehmensprofil kommt, sobald der Name am Studio hängt. Google verlangt an der Adresse „eine ganzjährige feste Beschilderung mit dem Namen des Unternehmens“ und denselben Namen, den du auch für Website und Drucksorten verwendest. Auf Instagram heißt dein Profil wie dein Studio, und die ersten Beiträge zeigen den Raum im Bau und den Stundenplan. Für den Start eignet sich ein Eröffnungskurs oder eine Schnupperwoche mit festem Datum. Eingeladen werden Nachbarinnen, Freundinnen, Kolleginnen aus deiner Ausbildung und die Menschen aus dem Studio, in dem du bisher unterrichtet hast. Wer kommt, sieht den Raum und erlebt eine Stunde bei dir.

Yogalehrerin im Sitz im Wald, Bildwelt von Steinbach neun, madea

Wie läuft Brand Alchemy für ein Yogastudio mit madea?

Für Yogalehrerinnen und Studios, die gründen oder ihren Auftritt neu aufstellen, gibt es bei mir Brand Alchemy: Marke und Website aus deiner Persönlichkeit, in vier Schritten.

  1. Essenz. Im Markenworkshop klären wir, wofür du die erste Adresse bist und wie dein Angebot so klar wird, dass es jemand versteht, der dich nicht kennt.
  2. Markenbild. Daraus entstehen Logo, Farben, Schriften und Bildsprache, bis zum Markensystem mit Vorlagen für deine Posts. Jeden Logo-Entwurf gestalte und zeichne ich selbst, auf Basis dessen, was wir im Workshop besprochen haben.
  3. Website und Texte. Mit allem Technischen, damit Google und KI-Suchen dich finden.
  4. Social Media. Wer will, baut danach den Auftritt auf Social Media auf.

Steinbach neun ist so entstanden, vom Workshop bis zur Website. Nach dem Erstgespräch bekommst du ein Angebot, in dem jede Leistung einzeln steht, und alle Termine laufen auch online.

Elena Hametner, Yogalehrerin, über ihre Website: „Sie hat von Beginn an erkannt, was mich als Mensch/Yogalehrerin ausmacht und dies auf der Website auf den Punkt gebracht.“

Fragen dazu

Ist Yoga unterrichten in Österreich ein Gewerbe?

Nein. Laut WKO fällt reiner Yoga-Unterricht als Privatunterricht nicht unter die Gewerbeordnung (§ 2 Abs. 1 Z 12 GewO). Yogalehrerinnen sind Neue Selbständige und melden sich bei SVS und Finanzamt. Ein Gewerbe kommt dazu, wenn du zum Beispiel Trainingskonzepte erstellst oder Kurse in einem Fitnessstudio selbständig gibst.

Was muss im Impressum einer Yoga-Website stehen?

Nach § 5 E-Commerce-Gesetz Name, Anschrift und Kontaktdaten wie eine E-Mail-Adresse, dazu die UID-Nummer, falls vorhanden. Nach § 25 Mediengesetz zusätzlich Unternehmensgegenstand und Wohnort oder Sitz. Mit Gewerbe auch der Standort der Gewerbeberechtigung (§ 63 GewO).

Brauche ich für Musik im Yogakurs eine AKM-Lizenz?

Ja. Musik im Kurs ist eine öffentliche Aufführung, und die AKM nennt Yoga in ihrem Tarif für sportliche Veranstaltungen (gültig ab 1. November 2025). Die Konditionen für laufende Kurse klärst du direkt mit der AKM.

Melanie Pfeiffer, madea, Linz

Autorin

Melanie Pfeiffer ist Markenmentorin und Brand Designerin in Linz. Seit 2020 sind bei madea über 70 Marken entstanden, mehr als 50 davon für Gesundheitsberufe, Praxen und Zentren. Mehr über Melanie

Quellen

  1. WKO Steiermark, Infoblatt „Yoga, Pilates, Zumba und Co.“ (Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe): wko.at/stmk/tourismus-freizeitwirtschaft/freizeit-sportbetriebe/yogapilates-zumba-und-co-infoblatt-aktuell.pdf (abgerufen am 06.10.2026)
  2. WKO, Tätigkeiten, die nicht unter die Gewerbeordnung fallen (Unterricht, selbständige Trainer als Neue Selbständige): wko.at/gewerberecht/taetigkeiten-ausserhalb-gewerbeordnung (abgerufen am 06.10.2026)
  3. Gewerbeordnung 1994, § 2 Abs. 1 Z 12, § 63, § 66 (RIS): ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007517 (abgerufen am 06.10.2026)
  4. SVS, Neue Selbständige, Beginn und Ende der Pflichtversicherung, Versicherungsgrenze 2026 und Acht-Wochen-Frist: svs.at/cdscontent/?contentid=10007.816352 (abgerufen am 06.10.2026)
  5. SVS, Aktuelle Werte 2026: svs.at/cdscontent/?contentid=10007.816718&portal=svsportal (abgerufen am 06.10.2026)
  6. E-Commerce-Gesetz § 5 (RIS): ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20001703&Paragraf=5 (abgerufen am 06.10.2026)
  7. Mediengesetz § 25 (RIS): ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10000719&Paragraf=25 (abgerufen am 06.10.2026)
  8. AKM, Autonomer Tarif für sportliche Veranstaltungen, gültig ab 01.11.2025, Punkt 3 (Yoga): akm.at/wp-content/uploads/2025/02/AT-fuer-sportliche-Veranstaltungen-2025.pdf (abgerufen am 06.10.2026)
  9. Österreichisches Patentamt, Markenrecherche (see.ip, keine Prüfung älterer Marken im Anmeldeverfahren): patentamt.at/marken/recherche (abgerufen am 06.10.2026)
  10. Österreichisches Patentamt, Markenähnlichkeitsrecherche (105 Euro für fünf Klassen, etwa 72 Stunden): patentamt.at/markenaehnlichkeitsrecherche (abgerufen am 06.10.2026)
  11. Google, Richtlinien für Unternehmensprofile (Name, feste Beschilderung): support.google.com/business/answer/3038177?hl=de (abgerufen am 06.10.2026)
  12. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28 Auftragsverarbeiter: dsgvo-gesetz.de/art-28-dsgvo/ (abgerufen am 06.10.2026)
  13. madea, Was kostet ein Praxisauftritt (Marktpreise, Stand 27.09.2026): madea.at/blog/was-kostet-ein-praxisauftritt (abgerufen am 06.10.2026)
  14. madea, Markenworkshop (Beispiel Yogalehrerin mit den drei abstoßenden Studios): madea.at/blog/markenmentoring-ablauf (abgerufen am 06.10.2026)
  15. madea, Brand Alchemy (Zielgruppe, vier Schritte, Angebot, Termine online): madea.at/markenentwicklung-brand-strategy-webdesign (abgerufen am 06.10.2026)
  16. madea, Startseite, Satz zum selbst gezeichneten Logo-Entwurf („Deshalb gestalte ich jeden Logo-Entwurf selbst, zeichne ihn und entwerfe ihn immer auf Basis von dem, was wir im Workshop besprochen haben.“): madea.at (abgerufen am 06.10.2026)
  17. Case Studies: Steinbach neun madea.at/portfolio/case-study-steinbach-neun-yogastudio · You Yoga madea.at/portfolio/case-study-website-yoga-akademie-linz · Christina Terle madea.at/portfolio/branding-christina-terle-yoga-kaernten · by Elena madea.at/portfolio/yogalehrerin (alle abgerufen am 06.10.2026)
  18. Google-Bewertungen von Elena Hametner, Lisa Putz und Corinna Großauer, wörtlich aus 03_kundenstimmen_google_2026.md und madea.at/kundenstimmen

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