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BlogMarke und LogoMelanie Pfeiffer7 Minuten

Visitenkarte selbst gestalten: Warum du in Canva feststeckst und was vorher geklärt gehört

Wer bei der eigenen Visitenkarte nicht weiterkommt, dem fehlen meist drei Antworten, die vor jedem Werkzeug kommen: wer du in deiner Arbeit bist, für wen du arbeitest und was du zuerst zeigst. Stehen die drei, ist klar, was auf die Karte gehört: dein Name, deine Berufsbezeichnung, ein Satz, wofür du stehst, Kontakt und Website, im Format 85 × 55 mm. Was dann noch fehlt, ist Handwerk, und das steht weiter unten.

Visitenkarte der Praxis Fuka, madea

Stand: Oktober 2026. Ich bin Brand Designerin, keine Juristin. Für Berufsrecht sind dein Berufsverband, deine Kammer oder die Wirtschaftskammer zuständig. Die Quellen stehen am Ende.

Woran merkst du, dass die Entscheidung vor der Karte fehlt?

Schau dir deinen Entwurf an und zähl nach. Hast du die Schrift öfter als dreimal getauscht? Stehen zwei oder drei Methoden drauf, weil du keine weglassen wolltest? Hast du den Satz unter deinem Namen mehrmals umgeschrieben, und er klingt immer noch so, als stünde er bei jeder Kollegin? Liegt neben dem Entwurf eine zweite Vorlage, die du zur Sicherheit offen hast? Wenn du zweimal Ja sagst, soll die Karte etwas sagen, das du noch nicht entschieden hast.

Mit Canva lässt sich eine Visitenkarte sauber bauen, und für den Druck kommt daraus ein fertiges PDF. Die Entscheidung trifft das Programm nicht für dich. Eine Vorlage ist für alle gemacht, die sie herunterladen. Auf meiner Startseite steht zur Frage, ob man das mit KI selbst machen kann: „Ehrlich gesagt nein. Von der KI bekommst du das Mittelmaß von allem, und genau das soll deine Marke nicht sein.“ Für Vorlagen gilt bei mir dasselbe.

Welche drei Fragen gehören vor die Visitenkarte?

  1. Wer bist du in deiner Arbeit? Gemeint ist die Antwort in einem Satz, die auch jemand versteht, der dich nicht kennt. Andreas Fuka, Klinischer Psychologe in Linz, hat neun Jahre in der Herzrehabilitation gearbeitet und 2026 seine Praxis gegründet. Sein Satz lautet: „Ein sicherer Raum bei Herzerkrankungen und Stress.“ Er steht als Erstes auf der Website, und er passt auf eine Karte.
  2. Für wen arbeitest du? Welche Menschen sollen die Karte in der Hand halten und denken, da bin ich richtig? Die Antwort bestimmt die Wörter. Eine Yogalehrerin, die Frauen nach der Geburt unterrichtet, schreibt anders als eine, die Kurse in Firmen gibt.
  3. Was zeigst du zuerst? Auf 85 × 55 mm ist Platz für eine Sache, die auffällt: dein Name, ein Zeichen oder der eine Satz. Wer alles gleich groß setzt, zeigt nichts davon.

Diese drei Antworten ändern sich nicht, wenn du die Vorlage wechselst. Deshalb gestalte ich erst, wenn sie da sind, auch bei der kleinsten Karte.

Was muss auf eine Visitenkarte für Energetiker, Therapeuten und Yogalehrerinnen?

Fünf Angaben, der Wichtigkeit nach:

  • Dein Name. Vollständig, so wie er in der Berufsliste oder im Gewerberegister steht.
  • Deine Berufsbezeichnung. Für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten legt sie das Gesetz fest: „Psychotherapeutin“ mit dem Cluster in Klammer. Der Berufssitz muss zumindest Name, Berufsbezeichnung und Cluster zeigen (§ 38 Abs. 5 PThG 2024), und der ÖBVP nennt dafür ausdrücklich Praxisschild, Visitenkarten und Website. Die Schreibweisen stehen im Artikel Praxisschild und Visitenkarte in der Psychotherapie. Klinische Psychologinnen führen die Berufsbezeichnung „Klinische Psychologin“ (§ 29 Psychologengesetz). Energetikerinnen arbeiten im freien Gewerbe Humanenergetik; die WKO empfiehlt für Werbemittel die Berufsbezeichnung „Humanenergetikerin“. Yogalehrerinnen schreiben, was sie unterrichten, etwa Yoga und Breathwork. Bei Coaches gehört dazu, worin du coachst. Das Wort allein sagt wenig.
  • Ein Satz, wofür du stehst. Einer. Er kommt aus der ersten Frage oben.
  • Kontakt. Telefon und Mail. Wer eine Praxis hat, setzt die Adresse dazu, gern auf die Rückseite.
  • Website. Ohne „www“ und ohne „https“, so kurz wie möglich.

Für die Visitenkarte selbst schreibt die Gewerbeordnung keine bestimmte Angabe vor, soweit ich sie lese. Name und Standort der Gewerbeberechtigung gehören auf Geschäftsbriefe und auf die Website (§ 63 Abs. 1 GewO), und an der Betriebsstätte hängen zumindest dein Name und ein Hinweis auf das Gewerbe (§ 66 Abs. 2). Was du auf die Karte schreibst, darf niemanden irreführen.

Was gehört nicht auf die Karte?

  • Drei Methoden als Liste. Kinesiologie, Cranio Sacral Balancing und Bachblüten untereinander: Jede Zeile macht die anderen kleiner. Welche Methode die Tür zu deinem Auftritt ist, steht im Artikel Mehr Ausbildungen als Kundinnen.
  • Symbole aus der Bibliothek. Lotus, zwei offene Hände, Herz, Baum, Welle. Du findest sie in den Vorlagen für Yoga, Therapie und Energetik zuerst, und genau deshalb erkennt dich niemand daran.
  • Heilversprechen und Begriffe anderer Berufe. Für Energetikerinnen gilt laut WKO: keine Aussagen zu Heilbehandlungen, keine Heilungs-, Linderungs- und Erfolgsversprechen. Heilung, Therapie, Behandlung von Krankheiten und Krankheitsbegriffe bleiben den Gesundheitsberufen vorbehalten, und das UWG gilt für jede Werbeaussage, ausdrücklich auch auf Visitenkarten. Für Psychotherapeutinnen und Psychologinnen verlangen die Berufsgesetze sachliche und wahre Information.
  • Ein Logo aus der Vorlage. Eine Karte ohne Zeichen geht: Name, Berufsbezeichnung und dein Satz in einer gut lesbaren Schrift. Ein Zeichen, das in der Vorlage schon drin war, erzählt von der Vorlage. Bei mir entsteht ein Logo nach dem Workshop, und jeden Entwurf gestalte ich selbst und zeichne ihn.

Welches Format, welches Papier, welcher Druck?

Das gängige Format in Österreich ist 85 × 55 mm quer, fast so groß wie eine Bankomatkarte, deshalb passt es in jedes Etui. Druckereien wollen ein PDF mit 3 mm Beschnitt rundherum, also 91 × 61 mm, in CMYK und mit mindestens 300 dpi, Vorder- und Rückseite als zwei Seiten in einer Datei. Ohne Beschnitt entstehen beim Schneiden weiße Blitzer am Rand, sobald eine Farbfläche bis zur Kante geht.

In Canva lässt sich der Beschnitt im Editor einblenden. Beim Herunterladen wählst du den Dateityp PDF Print und hakst Schnittmarken und Beschnitt an. Diese Datei hat 300 dpi, und du kannst CMYK als Farbprofil wählen. Das normale PDF hat 96 dpi und ist für den Bildschirm gedacht.

Beim Papier bieten Online-Druckereien Karton ab 300 g/m² an. Dünner fühlt sich die Karte wie ein Flyer an. Naturpapier matt lässt sich mit dem Kugelschreiber beschreiben, wenn du Termine draufschreiben willst. Bestell zuerst die kleinste Menge und halt die Karte in der Hand, bevor du 500 Stück bestellst. Farben wirken am Bildschirm heller als gedruckt, und ein Grau, das online fein aussieht, ist auf Papier oft zu blass.

Wie sehen Karten aus, die aus einer Entscheidung kommen?

Drei aus meinen Projekten, alle entstanden, nachdem die Fragen oben beantwortet waren.

Die Karte der Praxis Fuka in Linz zeigt den Stein auf Terrakotta. Der Stein ist das Zeichen der Praxis, „nicht perfekt. Risse, raue Stellen, unregelmäßige Kanten. Und trotzdem liegt er ruhig in der Hand.“ Terrakotta ist eine der vier Farben, und die Entscheidung davor hieß: kein klinisches Weiß und kein Befund-Vokabular.

Christina Terle unterrichtet Yoga und Breathwork in Villach. Viele Yoga-Auftritte schwanken zwischen esoterisch und fitnessorientiert; sie wollte eine Marke, die „ehrlich, geerdet und professionell“ wirkt. Auf ihrer Karte in Terrakotta stehen ihr Zeichen, zwei geschwungene Linien für Mensch und Yoga, und ihr Claim. Kein Lotus.

Visitenkarte von Christina Terle in Terrakotta auf Leinen, madea

Steinbach neun bei Steyr ist das Studio von Corinna Großauer für Yoga, Entwicklung und Begegnung. Der Name klingt wie eine Adresse. Auf der Karte steht der Bogen aus dem Logo, in Olivgrün, Terrakotta und Beige, denselben Farben wie im Raum. Hier war der Raum schon im Bau, und die Karte musste zu ihm passen.

Visitenkarte von Steinbach neun auf einem Holztablett, madea

Anna Langgartner, Ergotherapeutin, hat auf Google geschrieben: „Ich bekomme jedes mal wenn ich meine Visitenkarten hergebe ein postives Feedback von meinen Patienten.“

Wie läuft das Markenmentoring mit madea?

Für Energetikerinnen, Therapeutinnen, Yogalehrerinnen und Coaches, die mit der Karte angefangen haben und bei den Fragen davor hängen, gibt es bei mir das Markenmentoring. An drei Terminen klären wir:

  • Was bietest du an, und was lässt du weg?
  • Wer bist du in all dem, als Fachfrau und als Mensch?
  • Passt das, was du anbietest und verlangst, zu dem, was du heute kannst?

Alles, was wir klären, bekommst du schriftlich, und es gehört dir. Du gestaltest damit selbst weiter, in Canva oder mit wem du willst, oder mit mir.

Wer Marke und Website gleich mitmachen lassen will, geht den zweiten Weg: Brand Alchemy. Zuerst klären wir, wer du bist und was dich besonders macht, danach entstehen Logo, Farben, Schriften, Bildsprache und die Website mit Texten. Jeden Logo-Entwurf gestalte ich selbst, zeichne ihn und entwerfe ihn auf Basis von dem, was wir im Workshop besprochen haben. So ist Steinbach neun entstanden, vom Workshop bis zur Website. Welcher Weg zu dir passt, klären wir im Erstgespräch.

Fragen dazu

Was muss auf eine Visitenkarte?

Dein Name, deine Berufsbezeichnung, ein Satz, wofür du stehst, Telefon und Mail, Website. Psychotherapeutinnen führen die Berufsbezeichnung mit dem Cluster (§ 38 Abs. 5 PThG 2024). Für Energetikerinnen empfiehlt die WKO die Berufsbezeichnung „Humanenergetikerin“ und verbietet Heilversprechen auf allen Werbemitteln.

Welches Format hat eine Visitenkarte in Österreich?

85 × 55 mm quer. Die Druckdatei ist ein PDF mit 3 mm Beschnitt rundherum, also 91 × 61 mm, in CMYK und mit 300 dpi. Online-Druckereien drucken auf Karton ab 300 g/m².

Kann ich meine Visitenkarte in Canva selbst machen?

Ja, wenn vorher feststeht, wer du in deiner Arbeit bist, für wen du arbeitest und was du zuerst zeigst. Beim Herunterladen wählst du PDF Print mit Schnittmarken und Beschnitt. Ein Logo aus einer Vorlage würde ich weglassen; eine Karte mit Name, Berufsbezeichnung und einem Satz in guter Schrift funktioniert ohne Zeichen.

Melanie Pfeiffer, madea, Linz

Autorin

Melanie Pfeiffer ist Markenmentorin und Brand Designerin in Linz. Seit 2020 sind bei madea über 70 Marken entstanden, mehr als 50 davon für Gesundheitsberufe, Praxen und Zentren. Mehr über Melanie

Quellen

  1. madea, Startseite, Frage „Kann ich das nicht mit KI selbst machen?“: madea.at/ (abgerufen am 06.10.2026)
  2. madea, Markenmentoring (die drei Fragen, Zielgruppe mit Energetikerinnen, Yoga- und Meditationslehrerinnen, Coaches): madea.at/markenmentoring (abgerufen am 06.10.2026)
  3. madea, Brand Alchemy: madea.at/markenentwicklung-brand-strategy-webdesign (abgerufen am 06.10.2026)
  4. Case Study Praxis Fuka: madea.at/portfolio/case-study-praxis-fuka-branding-website-psychologe-linz (abgerufen am 06.10.2026)
  5. Case Study Christina Terle: madea.at/portfolio/branding-christina-terle-yoga-kaernten (abgerufen am 06.10.2026)
  6. Case Study Steinbach neun: madea.at/portfolio/case-study-steinbach-neun-yogastudio (abgerufen am 06.10.2026)
  7. Psychotherapiegesetz 2024, § 38 Abs. 5 (RIS): ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20012578&Paragraf=38 (abgerufen am 06.10.2026)
  8. ÖBVP, Praxisführung (Praxisschild, Visitenkarten, Website): psychotherapie.at/psychotherapeutinnen/rechtliches/praxisfuehrung (abgerufen am 06.10.2026)
  9. Psychologengesetz 2013, § 29 Abs. 1 (RIS): ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008552&Paragraf=29 (abgerufen am 06.10.2026)
  10. Gewerbeordnung 1994, § 63 Abs. 1 und § 66 Abs. 2 (RIS): ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007517 (abgerufen am 06.10.2026)
  11. WKO Niederösterreich, Humanenergetik (freies Gewerbe, Gewerbewortlaut „Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit“): wko.at/noe/gewerbe-handwerk/humanenergetiker/humanenergetiker (abgerufen am 06.10.2026)
  12. WKO Wien, Fachverband Persönliche Dienstleister, „Werbemittel Humanenergetik: die richtigen Worte finden“ (2018; Berufsbezeichnung „HumanenergetikerIn“, zu vermeidende Begriffe, UWG, Visitenkarten): wko.at/wien/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/humanenergetiker/2018-01-werbemittel-he.pdf (abgerufen am 06.10.2026)
  13. WKO Wien, Wichtige Informationen für Humanenergetiker:innen (Berufsbild, Standesregeln, 1x1 der Werbung): wko.at/wien/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/humanenergetiker/formulare-rechte-pflichten (abgerufen am 06.10.2026)
  14. Wikipedia, Visitenkarte (Formate: 85 × 55 mm in Österreich): de.wikipedia.org/wiki/Visitenkarte (abgerufen am 06.10.2026)
  15. Wikipedia, Beschnittzugabe (mindestens 3 mm): de.wikipedia.org/wiki/Beschnittzugabe (abgerufen am 06.10.2026)
  16. reanto print & plot, Graz, Visitenkarten 85 × 55 mm (91 × 61 mm mit Beschnitt, PDF zweiseitig, 300 dpi, 300 g/m²): printundplot.at/produkt/visitenkarten-85x55mm-zweiseitig/ (abgerufen am 06.10.2026)
  17. sprinters.at, Visitenkarten (3 mm Beschnitt, CMYK, 300 dpi, 300 bis 360 g/m²): sprinters.at/productconfig/61CC5135-02C9-49 (abgerufen am 06.10.2026)
  18. druck.at, Visitenkarten (Standard 85 × 55 mm, 300 und 350 g Karton): druck.at/visitenkarten (abgerufen am 06.10.2026)
  19. Canva Help, Margins, bleed and crop marks (Beschnitt 3,175 mm, Download mit „Crop marks and bleed“): canva.com/help/margins-bleed-crop-marks/ (abgerufen am 06.10.2026)
  20. Canva Help, Download file types (PDF Print 300 dpi mit Beschnitt, Schnittmarken und CMYK; PDF Standard 96 dpi): canva.com/help/download-file-types/ (abgerufen am 06.10.2026)
  21. Google-Bewertung Anna Langgartner, wörtlich aus 03_kundenstimmen_google_2026.md (Tippfehler „jedes mal“ und „postives“ wie im Original)

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