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BlogSichtbarkeitMelanie Pfeiffer5 Minuten

Von Google bis ChatGPT: Wie neue Patientinnen deine Praxis finden

Neue Patientinnen finden eine Praxis heute über die Google-Suche und Maps, über KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity und den KI-Modus von Google, über die Verzeichnisse ihres Berufs oder über eine Empfehlung, die sie im Netz nachprüfen. Jeder dieser Wege liest dieselben Quellen: dein Google-Unternehmensprofil, deine Website und die Einträge deines Berufs. Wenn Name, Adresse und der Satz über deine Arbeit überall gleich lauten, können Google und KI-Assistenten die Quellen zusammenführen. Widersprüche machen das schwerer.

Startseite von You Yoga Linz am Laptop nach dem Relaunch, madea

Stand: September 2026. Eine Platzierung bei Google oder in einer KI-Antwort kann niemand versprechen, ich auch nicht. Was hier steht, liegt in deiner Hand.

Wo suchen Menschen 2026 nach einer Therapeutin oder Ordination?

Bei Google, und zunehmend in KI-Antworten. In Österreich gibt es die „Übersicht mit KI“ in der Google-Suche seit März 2025 und den KI-Modus seit Oktober 2025. Laut einer Umfrage des Austrian Health Forum vom Oktober 2025 nutzen 62 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher KI bei Gesundheitsfragen, 11 Prozent sehr häufig. Wie viele davon per KI nach einer Anbieterin suchen, misst bisher keine Studie.

KI-Assistenten beantworten die Frage „Wer macht X in Y?“ mit konkreten Namen und zitieren dafür Quellen. Bei meiner eigenen Prüfung am 24. September 2026 hat ChatGPT auf die Frage, wer Branding und Website für Psychotherapeutinnen und Wahlärztinnen in Oberösterreich macht, konkrete Studios genannt, madea darunter, mit dem Google-Profil als Karte. Am nächsten Tag kann die Antwort anders lauten. KI-Antworten schwanken von Abfrage zu Abfrage, und genau deshalb zählt, dass alle Quellen dasselbe sagen.

Was braucht dein Google-Unternehmensprofil?

Das Unternehmensprofil ist die Quelle, die Google Maps, die Google-Suche und der KI-Modus zuerst lesen. Für lokale Fragen zitierte der KI-Modus laut einer Auswertung von Steady Demand (August 2026, USA, 86.645 Zitate) zu 79,8 Prozent Google Maps oder Unternehmensprofile und nur zu 12,8 Prozent die Website des Unternehmens. Die KI-Übersichten zitierten umgekehrt zu 70,7 Prozent die Website. Du brauchst also beides, und das Profil zuerst.

Sieben Angaben, die im Profil stimmen müssen:

  1. Name wie am Praxisschild und auf der Website. Google verlangt eine feste Beschilderung mit diesem Namen am Standort. Arbeiten mehrere Fachkräfte an einer Adresse, nennt jedes Einzelprofil nur den Personennamen.
  2. Kategorie, etwa Psychotherapeutin, Psychologin, Physiotherapeutin, Facharzt für HNO.
  3. Adresse und Öffnungszeiten, auch „nach Vereinbarung“ ist eine Angabe.
  4. Website und Terminlink.
  5. Leistungen in den Worten deiner Patientinnen.
  6. Fotos von Tür, Schild, Raum und dir.
  7. Bewertungen. Google erlaubt ausdrücklich, Kundinnen per Link oder QR-Code um eine Rezension zu bitten. Verboten sind Anreize wie Rabatte, und verboten ist, gezielt nur zufriedene Menschen zu fragen. In der Psychotherapie gilt dazu die Verschwiegenheit: Deine Antwort auf eine Bewertung bestätigt nichts über die Behandlung.

Wie zitieren ChatGPT und Perplexity eine Praxis?

Aus Text, den sie lesen können. Perplexity sucht live im Netz, ChatGPT nutzt unter anderem den Bing-Index. Drei Befunde aus 2025 und 2026, alle mit Einschränkungen:

  • Bei lokalen Anfragen an das OpenAI-Modell mit Websuche stammten 38 Prozent der Quellverweise aus Google Maps (NeuRank, Juni 2026, 800 Anfragen in deutschen Städten, gemessen über die Schnittstelle, nicht in der App).
  • 44,2 Prozent der ChatGPT-Zitate kommen aus den ersten 30 Prozent eines Textes (Auswertung von Kevin Indig, Search Engine Land, Februar 2026). Wer, was, für wen und wo gehören also in den ersten Absatz.
  • Seiten, die in den letzten drei Monaten aktualisiert wurden, werden fast doppelt so oft zitiert wie ältere (SE Ranking, November 2025: 6,0 gegenüber 3,6 Zitate). Ein sichtbares Stand-Datum bei Kosten und Öffnungszeiten gehört deshalb auf die Seite.

Alle drei Studien stammen aus den USA oder aus Deutschland, keine misst Therapiepraxen in Österreich. Die Richtung ist trotzdem dieselbe: ein gepflegter Maps-Eintrag und ein klarer, aktueller erster Absatz auf der Website.

Was muss auf deiner Website stehen, damit Google und KI sie verstehen?

Im ersten Absatz der Startseite steht in ganzen Sätzen, wer du bist, was du machst, für wen und wo. Zum Beispiel:

„Ich bin Anna Muster, Psychotherapeutin (Systemische Therapie) in Linz-Urfahr. Ich arbeite mit Erwachsenen, die unter Erschöpfung, Ängsten oder Belastungen in der Familie leiden.“ Diesen Absatz kann eine KI zitieren, wenn jemand nach einer Therapeutin in Linz fragt.

Danach:

  • Überschriften, die echte Fragen sind: „Was kostet eine Einheit?“, „Wie läuft das Erstgespräch ab?“, „Für welche Anliegen arbeite ich?“
  • Der Ort auf jeder Seite, im Text und im Impressum.
  • Ein Stand-Datum bei Kosten und Kassenzuschuss.
  • Eine Seite über dich mit Berufsbezeichnung, Werdegang und Foto. Eine KI, die dich empfiehlt, nennt deinen Namen, und diese Seite liefert ihn.
  • Ein Eintrag in der Berufsliste, der zu Name und Adresse auf der Website passt.

Was du nicht überschätzen solltest: technische Zusätze wie Schema-Markup oder eine llms.txt. In Tests von Ahrefs und SE Ranking aus 2026 zeigten sie keinen messbaren Effekt auf KI-Zitate. Die Grundlage bleibt der Text, den ein Mensch liest.

Lisa Putz bildet in Linz Yogalehrerinnen aus. Ihre Website ist über zwei Jahre auf 25 Unterseiten gewachsen, und was Lisa macht, ist auf keiner davon in der ersten Zeile gestanden. Bei der Neugestaltung sind aus 25 Seiten 9 geworden, mit der Yoga-Ausbildung in der ersten Zeile für Besucherinnen und für Google. Lisa danach: „Sie hat so viel Know-How rund um die Themen Werbeauftritt, KI, google, Werbetexte usw.“ Die Case Study You Yoga zeigt das alte und das neue Menü nebeneinander.

Welche Verzeichnisse zählen in Österreich?

Die amtlichen zuerst, dann die des Berufs, dann die privaten. Überall derselbe Name und dieselbe Adresse wie im Google-Profil:

  • Berufslisten des Gesundheitsministeriums für Psychotherapie und Klinische Psychologie (psychotherapie.ehealth.gv.at, klinischepsychologie.ehealth.gv.at). Öffentlich, vollständig, mit Berufssitz.
  • Arztsuche der Ärztekammer und die Vertragspartnersuche der ÖGK.
  • Verbandssuchen: ÖBVP für Psychotherapie (Mitglieder, mit Filter für freie Plätze), psychnet.at des BÖP für Psychologinnen, Physio Austria für Physiotherapie.
  • Private Portale: psyonline.at (über 9.000 Einträge), DocFinder, seit November 2025 auch Doctify in Österreich, dazu herold.at.

Mehr Einträge sind nicht besser. Ein falscher Eintrag mit alter Adresse schadet mehr als ein fehlender, weil Google und KI die Widersprüche sehen.

Wie kommen Zuweiserinnen und Empfehlungen ins Spiel?

Eine Empfehlung wird heute oft bei Google nachgeprüft. Was dort steht, entscheidet mit, ob jemand anruft.

Für Zuweiserinnen zählt ein zweiter Punkt. Bei Andreas Fuka, Klinischem Psychologen in Linz, sollten Ärztinnen, die zuweisen, sofort sehen, dass die Praxis fachlich ernst zu nehmen ist, und Menschen in einer schwierigen Phase sollten spüren, dass sie hier gut aufgehoben sind. Beides steht auf derselben Website, in der Reihenfolge, in der die Menschen kommen. Für Klinische Psychologinnen nennt die Ethikrichtlinie Informationsfolder zur freien Entnahme, etwa in Ordinationen, als unproblematisch.

Was in deiner Hand liegt

Google ändert seine Systeme, KI-Antworten schwanken, und neue Anbieter kommen dazu. In deiner Hand liegt, dass jede Quelle dasselbe sagt: Name, Adresse, Berufsbezeichnung, der Satz über deine Arbeit. Dazu ein Profil mit Fotos, eine Website, die im ersten Absatz sagt, wer du bist, ein Datum bei den Kosten, und einmal im Halbjahr die Prüfung, ob das alles noch stimmt.

Im Praxisauftritt schreibe ich die Texte deiner Website so, dass Patientinnen sie verstehen und Google und KI sie lesen können. Von dir brauche ich eine Besprechung am Anfang, einen Fototermin vor Ort und zum Schluss die Übergabe.

Fragen dazu

Wie wird meine Praxis von ChatGPT empfohlen?

Über Quellen, die die KI lesen kann: ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, eine Website, die im ersten Absatz sagt, wer du bist, was du machst, für wen und wo, und Verzeichniseinträge mit denselben Angaben. Eine Empfehlung kann niemand garantieren, KI-Antworten schwanken.

Darf ich Patientinnen um eine Google-Bewertung bitten?

Google erlaubt die Bitte per Link oder QR-Code. Verboten sind Anreize wie Rabatte und das gezielte Fragen nur zufriedener Kundinnen. Für Psychotherapeutinnen gilt zusätzlich die Verschwiegenheit bei jeder Antwort auf eine Bewertung.

Welche Verzeichnisse braucht eine Praxis in Österreich?

Die Berufsliste des Ministeriums beziehungsweise die Arztsuche der Ärztekammer, das Google-Unternehmensprofil, die Suche des eigenen Berufsverbands und je nach Beruf psyonline.at, DocFinder oder Doctify. Überall derselbe Name und dieselbe Adresse.

Melanie Pfeiffer, madea, Linz

Autorin

Melanie Pfeiffer ist Markenmentorin und Brand Designerin in Linz. Seit 2020 sind bei madea über 70 Marken entstanden, mehr als 50 davon für Gesundheitsberufe, Praxen und Zentren. Mehr über Melanie

Quellen

  1. Google, Übersicht mit KI in DE, AT, CH (25.03.2025): blog.google/intl/de-de/produkte/suchen-entdecken/google-suche-101-uebersicht-mit-ki/
  2. Google, KI-Modus startet in DACH (08.10.2025): blog.google/intl/de-de/produkte/suchen-entdecken/ki-modus-startet-in-dach/
  3. Austrian Health Forum / Demox Research, KI bei Gesundheitsfragen (21.10.2025): lisavienna.at/news/detail/ahf-umfrage-62-nutzen-ki-bei-gesundheitsfragen/
  4. Steady Demand, AI Overviews und AI Mode bei lokalen Anfragen (22.08.2026, revidiert 09.09.2026): steadydemand.com/ai-overviews-and-ai-mode-both-cite-local-businesses-in-almost-opposite-ways-ai-optimization-is-different-for-each/
  5. NeuRank, Wie ChatGPT Unternehmen empfiehlt (16.06.2026): neurank.de/blog/wie-chatgpt-unternehmen-empfiehlt/
  6. Search Engine Land, ChatGPT-Zitate (18.02.2026): searchengineland.com/chatgpt-citations-content-study-469483
  7. SE Ranking, Optimierung für ChatGPT (24.11.2025): seranking.com/blog/how-to-optimize-for-chatgpt/
  8. Search Engine Journal, Schema ohne Effekt auf KI-Zitate (Ahrefs-Test, 11.05.2026): searchenginejournal.com/schema-markup-didnt-move-ai-citations-in-ahrefs-test/574568/
  9. Google, Richtlinien für Unternehmensprofile und Rezensionen: support.google.com/business/answer/3038177?hl=de und support.google.com/contributionpolicy/answer/7400114?hl=de
  10. Ethikrichtlinie Klinische Psychologie (BMSGPK, 2020): sozialministerium.at/dam/jcr:2b1eca1c-564e-4f0f-ac47-b3bfb1a3c740/Ethikrichtlinie,%20KPL%20(Stand%202020-02-10).pdf
  11. Berufslisten: psychotherapie.ehealth.gv.at/ und klinischepsychologie.ehealth.gv.at/
  12. Doctify Österreich: doctify.com/de-at/
  13. Case Studies You Yoga und Praxis Fuka (unter /portfolio)
  14. Eigene Abfragen in ChatGPT und Perplexity am 24.09.2026 (madea/_Archiv/2026-09-24_blog_recherche/)

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