BlogMarke und LogoMelanie Pfeiffer6 Minuten
Alles da, aber nichts passt zusammen: Wie dein Außenauftritt als Therapeutin stimmig wird
Ein Außenauftritt wirkt zusammengewürfelt, wenn Logo, Website, Visitenkarte und Fotos zu verschiedenen Zeiten entstanden sind und vorher niemand entschieden hat, wofür die Praxis steht. Stimmig wird er, wenn alle Teile aus derselben Antwort kommen: wofür du stehst und wer zu dir kommt. Daraus folgen ein Zeichen, wenige Farben mit festen Aufgaben, zwei Schriften und eine Bildsprache, die auf jedem Medium gleich eingesetzt werden. Was du behalten kannst und was neu entstehen muss, prüfst du in sieben Punkten am Handy.

Stand: Oktober 2026. Die Beispiele in diesem Artikel sind Projekte, die als Case Study auf madea.at stehen. Ich nenne nur, was dort steht.
Woran erkennst du, dass dein Auftritt zusammengewürfelt ist?
Nimm dein Handy, öffne deine Website und leg Visitenkarte und Flyer daneben. Dann geh diese sieben Punkte durch:
- Zeichen. Steht auf der Karte dasselbe Logo wie im Kopf der Website, in derselben Form und in derselben Farbe?
- Farben. Zähl zusammen, wie viele Farben auf Website, Karte und Instagram-Profil vorkommen. Kommt eine davon überall vor?
- Schriften. Wie viele Schriftfamilien siehst du auf Website, Karte und Schild? Zwei reichen für eine Marke.
- Fotos. Aus wie vielen Quellen stammen deine Bilder: Shooting, Handy, gekaufte Stockbilder?
- Erster Satz. Sagt die erste Zeile der Website dasselbe über deine Arbeit wie die Karte und dein Google-Profil?
- Name. Heißt deine Praxis am Schild, auf Google und auf Instagram gleich, Buchstabe für Buchstabe?
- Anrede. Spricht die Website Patientinnen mit Sie an und Instagram mit du?
Jeder Punkt, bei dem du zögerst, ist ein Teil, der für sich entstanden ist. Ab drei Treffern zahlt es sich aus, die Teile neu zu ordnen, in der Reihenfolge, die weiter unten steht.
Wie entsteht ein zusammengewürfelter Auftritt bei Therapeuten und Coaches?
Ein zusammengewürfelter Auftritt entsteht Stück für Stück. Das Logo ist zur Gründung entstanden, als es schnell gehen musste. Die Website kam später aus einem Baukasten, mit den Farben, die die Vorlage vorgegeben hat. Der Flyer war für eine Messe, die Fotos hat jemand aus dem Bekanntenkreis gemacht, und das Instagram-Profil hat eine andere Farbe bekommen, weil die Logofarbe dort nicht gut ausgesehen hat.
Lisa Putz bildet in Linz Yogalehrerinnen aus. Ihre Website ist über zwei Jahre mitgewachsen, Seite für Seite, bis es 25 waren. Bei der Neugestaltung sind daraus neun geworden, mit der Ausbildung im Zentrum. Farben, Logo und Lisas Sprache sind geblieben.
Jedes dieser Teile ist mit Mühe entstanden. Vor dem ersten davon hat eine Antwort gefehlt: wofür du stehst, wer zu dir kommt und mit welchem Anliegen. Ohne sie entscheidet jedes Teil für sich, und jedes entscheidet anders.
Woraus besteht ein stimmiger Außenauftritt?
Ein stimmiger Außenauftritt besteht aus einem System, das vor dem ersten Medium feststeht. Es hat fünf Teile:
- Ein Zeichen mit Varianten. Das Hauptlogo, dazu eine Fassung für kleine Flächen wie das Profilbild und eine für das Schild. Bei Steinbach neun, einem Studio für Yoga und Begegnung bei Steyr, steht das Hauptlogo in drei gleich langen Zeilen. Olivgrün, Terrakotta und warmes Beige stehen auf der Website, auf der Karte und am Schild, und dieselben Farben findet man im Raum wieder.
- Wenige Farben mit festen Aufgaben. Eine Farbe für Flächen, eine für Text, eine für Hinweise. In der Case Study der Praxis Fuka in Linz steht es so: „Mintgrün schafft Orientierung. Waldgrün erdet. Off-White lässt atmen. Terrakotta wärmt.“ Jede Farbe hat dort eine Aufgabe, und die bleibt auf jedem Medium gleich.
- Zwei Schriften. Eine für Überschriften, eine für den Text. Jede weitere Schrift braucht einen Grund.
- Eine Bildsprache. Bei Praxisraum Zwei in Perg zeigen die Bilder Räume, Materialien und Licht, keine typischen Therapieszenen. Diese Regel gilt dann für jedes neue Foto, auch für das Handyfoto auf Instagram.
- Ein erster Satz. Bei der Praxis Fuka steht er als Erstes auf der Website: „Ein sicherer Raum bei Herzerkrankungen und Stress.“ Derselbe Gedanke gehört auf die Karte, ins Google-Profil und in die Instagram-Bio.

Carina Heeger, Fitnesstrainerin, hat nach ihrem Projekt auf Google geschrieben: „Die gesamte Farbauswahl der Homepage ist sehr ansprechend und wunderschön aufeinander abgestimmt und hat sogar meine Erwartungen mehr als übertroffen! Die Schriftart des Logos ist modern, verspielt und gut lesbar.“
Wo muss alles gleich aussehen?
Alles muss überall gleich aussehen, wo jemand deiner Praxis begegnet, bevor er mit dir spricht. Die Liste ist länger, als sie beim Gründen aussieht:

- Praxisschild und Beklebung an der Tür
- Visitenkarte und Terminkarte
- Website, am Handy und am Computer
- Google-Unternehmensprofil
- Instagram-Profil mit Profilbild und Vorlagen für Posts
- Honorarnote und Terminzettel
- Mailsignatur und Newsletter
Beim Namen lässt Google keinen Spielraum. Die Richtlinien für Unternehmensprofile verlangen, für das Unternehmen „einheitlich den Namen“ zu verwenden, den du auch für Ladengeschäft, Website und Briefpapier verwendest, und sie halten fest: „Es ist nicht erlaubt, dem Namen eines Unternehmens unnötige Informationen hinzuzufügen.“ Ort und Leistungen gehören deshalb nicht in den Namen des Profils. Wer am Schild „Praxis Anna Muster“ schreibt und auf Google „Ergotherapie Linz Anna Muster“, verstößt gegen diese Regel.
Was kannst du behalten, was muss neu?
Behalten kannst du alles, was die Antwort von oben übersteht. Dein Name bleibt. Fotos aus einem Shooting bleiben, wenn sie dich so zeigen, wie du heute arbeitest. Texte bleiben, wenn sie das Anliegen deiner Patientinnen nennen. Beim Logo ist die Frage: Zeigt es, wofür du heute stehst, und lässt es sich in einer Farbe, in Schwarz und in klein verwenden? Wenn ja, bleibt es, und das System entsteht drumherum. Wann ein Logo modernisiert wird und wann alles neu entsteht, steht im Artikel Logo und Website passen nicht mehr zu dir.
Ein Punkt lässt sich nicht reparieren: Ein Logo aus einer Canva-Vorlage lässt sich nicht als Marke schützen, weil die Vorlage jeder verwenden darf. Canva schreibt dazu in der eigenen Hilfe: „you can't register it as a trademark“. Was das für ein Logo heißt, das eine Freundin gezeichnet hat, steht im Artikel Logo von der Freundin oder aus dem Generator.
In welcher Reihenfolge bringst du es zusammen?
Die Reihenfolge geht von der Entscheidung zum größten Medium und dann zu den kleinen:
- Antwort. Wofür du stehst, wer zu dir kommt, mit welchem Anliegen. In einem Satz, den jemand versteht, der dich nicht kennt.
- Zeichen. Logo prüfen oder neu entwickeln, dazu die Varianten für Profilbild und Schild.
- Farben und Schriften. Festlegen, welche Farbe welche Aufgabe hat und welche zwei Schriften überall gelten.
- Website. Sie ist die größte Fläche. Erster Satz, Farben, Schriften und Fotos nach dem System.
- Drucksorten und Schild. Karte, Terminkarte und Schild nachziehen, in einer Bestellung.
- Google und Instagram. Name, Profilbild, ersten Satz und Farben abgleichen, Vorlagen für Posts anlegen.

Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, bestellt nichts zweimal.
Wie läuft das mit madea?
Für Therapeutinnen, Coaches und Zentren, bei denen Logo, Website und Karte zu verschiedenen Zeiten entstanden sind, gibt es bei mir Brand Alchemy. Am Anfang steht deine Essenz: Wir klären, wofür du die erste Adresse bist und wie dein Angebot so klar wird, dass es jemand versteht, der dich nicht kennt. Dann übersetze ich, wer du in deiner Arbeit bist, in ein Zeichen, in Farben mit festen Aufgaben, in zwei Schriften und in eine Bildsprache. Ich wähle sie so aus, dass sie auf Schild, Karte, Website und Instagram dieselbe Marke ergeben, bis zum fertigen Markensystem mit Vorlagen für deine Posts. Danach kommen die Website mit Texten und dein Auftritt auf Social Media. Das Fotoshooting organisiere ich, wenn du keine eigene Fotografin hast, und die Visitenkarte ist dabei.
Für eine Praxis oder Ordination mit fachlich klarem Angebot, bei der alles aus einer Hand kommen soll, gibt es den Praxisauftritt: Logo, Website mit Texten, Fotoshooting, Visitenkarten, Praxisschild und Beklebung, dazu Druck und Produktion. Ich organisiere alles, du gibst am Ende frei. Welcher Weg zu dir passt, klären wir im Erstgespräch.
Fragen dazu
Woran erkenne ich, dass mein Außenauftritt nicht zusammenpasst?
Leg Visitenkarte und Flyer neben die Website am Handy und vergleiche Logo, Farben, Schriften, Fotos, ersten Satz, Namen und Anrede. Jeder Unterschied zeigt ein Teil, das für sich entstanden ist.
Muss ich alles neu machen, wenn Logo und Website nicht zusammenpassen?
Nein. Name, Fotos aus einem Shooting und Texte, die das Anliegen der Patientinnen nennen, bleiben. Das Logo bleibt, wenn es zeigt, wofür du heute stehst, und in einer Farbe, in Schwarz und in klein funktioniert.
In welcher Reihenfolge bringe ich meinen Außenauftritt zusammen?
Zuerst die Antwort, wofür du stehst und wer zu dir kommt. Dann Zeichen, dann Farben und Schriften, dann die Website als größte Fläche, danach Drucksorten und Schild, zum Schluss Google-Profil und Instagram.
Quellen
- Google, Richtlinien für die Darstellung von Unternehmen auf Google (Unternehmensname einheitlich wie am Ladengeschäft, auf der Website und auf dem Briefpapier; keine unnötigen Informationen im Namen): support.google.com/business/answer/3038177?hl=de (abgerufen am 12.10.2026)
- Canva, Hilfe „Trademarking logos created on Canva“ (Vorlagen-Logos nicht exklusiv, keine Eintragung als Marke): canva.com/help/trademarks-logo/ (abgerufen am 12.10.2026)
- Case Study Steinbach neun (Hauptlogo in drei gleich langen Zeilen; Olivgrün, Terrakotta und warmes Beige, dieselben Farben im Raum): madea.at/portfolio/case-study-steinbach-neun-yogastudio (abgerufen am 12.10.2026)
- Case Study Praxis Fuka (Farben mit Aufgaben, erster Satz „Ein sicherer Raum bei Herzerkrankungen und Stress.“): madea.at/portfolio/case-study-praxis-fuka-branding-website-psychologe-linz (abgerufen am 12.10.2026)
- Case Study Praxisraum Zwei (Bildwelt: Räume, Materialien und Licht, keine typischen Therapieszenen): madea.at/portfolio/case-study-praxisraum-zwei (abgerufen am 12.10.2026)
- Case Study You Yoga (Website von 25 auf 9 Seiten, Farben, Logo und Sprache geblieben): madea.at/portfolio/case-study-website-yoga-akademie-linz (abgerufen am 12.10.2026)
- madea, Brand Alchemy (Essenz, Visuelle Marken-DNA, Website und Texte, Social Media): madea.at/markenentwicklung-brand-strategy-webdesign (abgerufen am 12.10.2026)
- madea, Praxisauftritt (Logo, Website mit Texten, Fotoshooting, Visitenkarten, Praxisschild, Druck und Produktion): madea.at/praxisauftritt-fuer-therapeutinnen-aerzte (abgerufen am 12.10.2026)
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