BlogMarke und LogoMelanie Pfeiffer6 Minuten
Logo selbst gestalten: Was dafür spricht, was dagegen, und was vorher entschieden sein muss
Ein Logo selbst zu gestalten spart Geld, geht schnell, und du behältst jede Entscheidung in der Hand. Dagegen sprechen vier Dinge: Vorlagen und Stock-Elemente gehören nicht dir allein und lassen sich nicht als Marke schützen, ein Logo ohne Entscheidung davor sieht aus wie das der Kollegin, es fehlt das System aus Farben, Schriften und Bildern, und die Stunden am Werkzeug fehlen dir in der Praxis. Hier stehen die Vor- und Nachteile nebeneinander, dazu, was du wissen musst, wenn du es trotzdem selbst machst, und wann du es besser zeichnen lässt.

Stand: Oktober 2026. Zu Markenrecht und Urheberrecht bin ich keine Juristin. Was ich dazu schreibe, stammt vom Österreichischen Patentamt und aus der Hilfe von Canva, beides unten verlinkt.
Welche Vorteile hat ein selbst gestaltetes Logo?
Ein selbst gestaltetes Logo hat vier Vorteile:
- Kosten. Du zahlst deine Zeit und höchstens ein Abo für das Werkzeug.
- Tempo. Ein Entwurf steht am selben Abend, ohne Termin und ohne Briefing.
- Kontrolle. Jede Entscheidung bleibt bei dir, vom ersten Strich bis zur Datei.
- Lernen. Du lernst das Werkzeug kennen, mit dem du später Posts und Karten anlegst.
Wer das Budget zuerst für Räume und Ausstattung braucht, kann hier sparen.
Welche Nachteile hat ein Logo aus Canva oder vom Generator?
- Rechte. Die Logo-Vorlagen von Canva darf jeder verwenden, die Rechte daran sind laut Canva nicht exklusiv, und für ein Logo aus einer Vorlage schreibt Canva in der eigenen Hilfe: „you can't register it as a trademark“. Stock-Grafiken und Stock-Fotos dürfen in einem Logo nicht vorkommen. Erlaubt sind einfache Linien und Formen aus der kostenlosen Bibliothek und alle Schriften, denn die Regel lautet: „Elements in a logo need to be exclusive to you.“
- Austauschbarkeit. Eine Vorlage, die jeder verwenden darf, verwendet auch jemand anderer. Dasselbe Blatt, derselbe Kreis und dieselbe Schreibschrift können auf jeder anderen Karte stehen. Was fehlt, ist die Entscheidung davor: wofür du stehst und wer zu dir kommt.
- Das System. Ein Logo allein ist noch keine Marke. Es fehlen Farben mit Aufgaben, zwei Schriften und eine Bildsprache, die auf Karte, Schild und Website gleich eingesetzt werden. Was dazugehört, steht im Artikel Alles da, aber nichts passt zusammen.
- Dateien. Liefert dein Werkzeug nur ein PNG in einer Größe, fehlt für Schild, Druck und Beklebung die Vektordatei, die sich ohne Verlust vergrößern lässt, dazu eine Fassung in Schwarz und eine in Weiß.
- Zeit. Die Abende, die du am Logo sitzt, fehlen in der Praxis. Rechne sie mit dem, was eine Behandlungsstunde bei dir kostet.
Wie sehen Vor- und Nachteile nebeneinander aus?
- Kosten: selbst Zeit und Werkzeug, mit Designerin ein Honorar. Preisrahmen am Markt stehen im Artikel zu den Kosten.
- Zeit: selbst Abende neben der Praxis, mit Designerin Besprechung, Entwürfe und Freigabe.
- Rechte: selbst Vorlagen und Stock-Elemente, die nicht exklusiv sind, mit Designerin Nutzungs- und Änderungsrechte, die laut Patentamt im Vertrag geregelt werden.
- Markenschutz: selbst mit Vorlagen laut Canva nicht möglich, mit Designerin möglich, wenn die Anmeldung laut Patentamt vorab vereinbart ist.
- Wiedererkennung: selbst Elemente, die jeder verwenden darf, mit Designerin ein Zeichen aus deiner Arbeit.
- System: selbst das Logo allein, mit Designerin Zeichen, Farben, Schriften und Bildsprache.
- Dateien: selbst je nach Werkzeug, mit Designerin Vektor, Schwarz, Weiß und Varianten für Profilbild und Schild.

Was musst du wissen, wenn du es selbst machst?
Wenn du es selbst machst, gehst du fünf Punkte in dieser Reihenfolge durch:
- Entscheidung. Wofür du stehst, wer zu dir kommt, was du weglässt.
- Eigene Formen. Nur Linien, Formen und Schriften, die Canva für Logos freigibt, keine Stock-Grafik. Besser ist eine Form, die aus deiner Arbeit kommt.
- Vektor und Varianten. Eine Vektordatei als SVG oder PDF, eine Fassung in Schwarz, eine in Weiß, und ein Test in der Größe einer Visitenkarte und eines Profilbilds.
- Name prüfen. Das Patentamt „prüft im Anmeldeverfahren nicht, ob bereits identische oder verwechslungsfähige ältere Marken bestehen“. Vorher kostenlos in den Datenbanken see.ip und TMview recherchieren.
- Markenschutz. Die Online-Anmeldung einer nationalen Marke kostet 294 Euro für bis zu drei Klassen. „Die Schutzdauer beträgt zehn Jahre ab dem Anmeldetag und kann beliebig oft um weitere zehn Jahre verlängert werden.“ Mit einer Vorlage als Grundlage geht das nicht.
Was gilt für Therapeuten und Ärzte beim Logo am Praxisschild?
Das Logo kommt dazu, die Pflichtzeilen bleiben. Für Ärztinnen erlaubt die Schilderordnung 2026 „ein Logo, eine bildliche Darstellung“ (§ 4 Abs. 2 Z 3) und einen Eigennamen der Ordination (§ 4 Abs. 2 Z 2). Pflicht sind Name, akademischer Grad, die Berufsbezeichnung laut Ärzteliste und ein Hinweis zur Erreichbarkeit (§ 3 Abs. 1), und das Schild darf „nicht in aufdringlicher oder marktschreierischer Form“ gestaltet sein (§ 2 Abs. 2). Psychotherapeutinnen kennzeichnen den Berufssitz mit Name, Berufsbezeichnung und Cluster (§ 38 Abs. 5 PThG 2024). Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen und Logopädinnen führen die Berufsbezeichnung nach § 3 MTD-Gesetz 2024.
Ein selbst gestaltetes Logo muss neben diesen Zeilen Platz lassen und in der Größe des Schilds lesbar bleiben. Mehr dazu in den Artikeln Praxisschild und Visitenkarte in der Psychotherapie und Ordinationsschild für die Wahlordination.
Kann ChatGPT oder Canva ein Logo erstellen?
Beide liefern Entwürfe. Auf der Startseite von madea.at steht meine Antwort auf diese Frage: „Ehrlich gesagt nein. Von der KI bekommst du das Mittelmaß von allem, und genau das soll deine Marke nicht sein.“ Was KI-Werkzeuge für Logo und Website liefern und wo es in Gesundheitsberufen heikel wird, steht im Artikel Logo und Website mit KI selbst machen?. Was gilt, wenn eine Freundin das Logo gezeichnet hat, steht im Artikel Logo von der Freundin oder aus dem Generator.

Was kostet ein Logo vom Grafiker im Vergleich?
Was Designerinnen und Agenturen in Österreich für Logo und Branding verlangen, steht mit Preisrahmen im Artikel Was kostet ein Praxisauftritt. Dem stellst du deine eigene Rechnung gegenüber: die Stunden am Werkzeug, mal dem, was eine Behandlungsstunde bei dir kostet, plus die Dateien, die du später nachbauen lässt, wenn das Schild eine Vektordatei braucht. Mein Honorar steht nicht im Blog. Du bekommst es nach dem Erstgespräch als Angebot, in dem jede Leistung einzeln steht.
Wann ist selbst gestalten in Ordnung, und wann nicht?
In Ordnung ist es für eine Übergangszeit, in der noch nichts gedruckt wird: ein Profilbild, eine erste Seite, ein Zettel am Kursraum. Die Entscheidung von oben brauchst du auch dafür, sonst entwirfst du in drei Monaten noch einmal.
Sobald das Zeichen auf ein Schild, auf Karten in Auflage und auf eine Website kommt, sobald du den Namen schützen willst oder sobald mehrere Personen unter einem Namen arbeiten, lässt du es zeichnen. Dann kostet jeder Fehler im Zeichen dreimal, beim Schild, beim Druck und beim Umbau der Website. Wer es selbst versucht hat, bringt die Entwürfe mit ins Gespräch. Sie zeigen, was dir wichtig ist, und daraus entsteht das Zeichen.
Wie entsteht ein Logo mit madea?
In Brand Alchemy kommt das Logo nach dem Workshop. Zuerst klären wir deine Essenz, wofür du die erste Adresse bist und wie dein Angebot so klar wird, dass es jemand versteht, der dich nicht kennt. Dann zeichne ich jeden Logo-Entwurf selbst, auf Basis von dem, was wir im Workshop besprochen haben. Bei studio amara, Kreativworkshops und Meditation am Hof in Erla, ist so der Schriftzug entstanden: Das a lehnt sich an das m, das r hängt sich an das a, und kein Buchstabe steht allein, so wie am Hof, wo man zusammenkommt. Der runde Stempel mit STUDIO im Ring ist das zweite Zeichen, für Instagram, für das Täschchen und als Prägung.

Aus dem, was du im Workshop sagst, wird ein Zeichen, und ich wähle Schrift, Farben und Bildsprache so dazu aus, dass sie mit dem Zeichen eine Marke ergeben, die sich nach dir anfühlt. Die Visitenkarte ist dabei, weitere Drucksorten nach Absprache.
Für eine Praxis oder Ordination entsteht das Logo im Praxisauftritt, zusammen mit Website, Schild und Karten, und um Druck und Produktion kümmere ich mich. Julia Windner, Praxis für bioenergetische Kinesiologie, hat nach ihrem Projekt auf Google geschrieben: „Meine Website, Logo & Visitenkarten wurden mit sehr viel Liebe zum Detail erstellt, auch meine zukünftigen Kunden sind begeistert.“ Welcher Weg zu dir passt, klären wir im Erstgespräch.
Fragen dazu
Darf ich ein Logo aus einer Canva-Vorlage als Marke schützen lassen?
Nein. Canva schreibt, dass Vorlagen und Stock-Inhalte nicht exklusiv sind und ein Logo daraus nicht als Marke eingetragen werden kann. Nur Logos aus eigenen Formen, einfachen Linien und Schriften kommen dafür in Frage.
Was kostet es, ein Logo in Österreich als Marke anzumelden?
Die Online-Anmeldung beim Österreichischen Patentamt kostet 294 Euro für bis zu drei Klassen. Der Schutz gilt zehn Jahre ab dem Anmeldetag und lässt sich verlängern. Das Patentamt prüft dabei nicht, ob ältere ähnliche Marken bestehen.
Darf ein Logo auf das Praxisschild?
Bei Ärztinnen ja, die Schilderordnung 2026 erlaubt ein Logo und einen Eigennamen, neben den Pflichtangaben. Psychotherapeutinnen und MTD-Berufe führen am Schild in jedem Fall Name und Berufsbezeichnung, das Logo kommt dazu.
Quellen
- Canva, Hilfe „Trademarking logos created on Canva“ (Vorlagen nicht exklusiv, keine Eintragung als Marke, keine Stock-Inhalte in Logos, erlaubte Formen und Schriften): canva.com/help/trademarks-logo/ (abgerufen am 12.10.2026)
- Österreichisches Patentamt, Marke national (Schutzdauer zehn Jahre, keine Prüfung auf ältere Marken, Recherche in see.ip und TMview, Grundgebühr online 294 Euro): patentamt.at/schutz-anmelden/marken-anmelden/marke-national (abgerufen am 12.10.2026)
- Österreichisches Patentamt, Gebühren (Onlineanmeldung 294 Euro inklusive Schriftengebühr, bis zu drei Klassen): patentamt.at/gebuehren (abgerufen am 12.10.2026)
- Österreichisches Patentamt, Urheberrecht (Nutzungs- und Änderungsrechte bei Auftragswerken wie dem Design von Logos vertraglich regeln, Markenanmeldung vorab vereinbaren): patentamt.at/ueber-uns/recht-gesetze/urheberrecht (abgerufen am 12.10.2026)
- Schilderordnung 2026 der Österreichischen Ärztekammer, Kundmachung Nr. 04/2025 (§ 2 Abs. 2, § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 2): aerztekammer.at/documents/d/content-pool/schilderordnung-2026 (abgerufen am 12.10.2026)
- Psychotherapiegesetz 2024, § 38 Abs. 5, RIS: ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20012578 (abgerufen am 12.10.2026)
- MTD-Gesetz 2024, § 3 (Berufsbezeichnung), RIS: ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20012653 (abgerufen am 12.10.2026)
- madea, Startseite, Frage „Kann ich das nicht mit KI selbst machen?“: madea.at/ (abgerufen am 12.10.2026)
- madea, Brand Alchemy und Praxisauftritt: madea.at/markenentwicklung-brand-strategy-webdesign und madea.at/praxisauftritt-fuer-therapeutinnen-aerzte (abgerufen am 12.10.2026)
- Case Study studio amara (Schriftzug, Stempel, Täschchen, Prägung): madea.at/portfolio/case-study-studio-amara-kreativworkshops (abgerufen am 12.10.2026)
- Google-Bewertung von Julia Windner




